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Die öffentliche Wahrnehmung von Wasserstoff als Speicher- und Transportmittel für erneuerbare Energien entwickelt sich weiter zum Positiven. „Schon aus biologischen Gründen gibt es immer weniger Menschen, die beim Stichwort Wasserstoff in erster Linie an den Brand der Hindenburg denken“, so Ulrich Schmidtchen, Pressesprecher
des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenverbandes und Fachmann für Sicherheitstechnik.
Wenig hilfreich bei der seriösen Öffentlichkeitsarbeit und wohl in erster Linie der Saure-Gurken-Zeit geschuldet erscheinen dagegen sensationelle Meldungen, Wasserstoff würde zur Versprödung bestimmter Werkstoffe beitragen, und Fahrzeuge mit diesem Treibstoff wären darum die reinsten „Selbstzerstörer“. In der Tat, bestimmte Metalle neigen unter dem Einfluss von Wasserstoff unter geeigneten Randbedingungen zur Versprödung, aber diese Erkenntnis ist wahrhaftig nicht neu. Spätestens seit der berühmte Werkstoffwissenschaftler Adolf Martens einen Unfall im Jahre 1894 auf dem Tempelhofer Feld (damals noch bei Berlin) untersuchte, ist dieses Phänomen gut bekannt. Seit Jahrzehnten haben Ingenieure es im Griff und wissen genau, was sie welchem Werkstoff unter welchen Bedingungen zumuten können. Zur Entmythologisierung des öffentlichen Bildes vom Wasserstoff als Energieträger hat auch der reibungslose Betrieb zahlreicher Fahrzeuge mit Wasserstoff als Kraftstoff auf unseren Straßen beigetragen.
• Im Rahmen der Projekte CUTE und HyFLEET:CUTE legten 36 Stadtbusse vom Typ Mercedes-Benz Citaro in zwölf Städten auf drei Kontinenten in 140.000 km Betriebsstunden mehr als 2,5 Millionen km zurück und transportierten mehr als 8,5 Millionen Passagiere. Diese waren sehr angetan von den Fahrzeugen, sofern sie überhaupt einen Unterschied merkten.
• Auch sind die Erfahrungen mit Wasserstoff-PKWs ähnlich positiv, an denen nahezu alle Autohersteller arbeiten. Praktisch alle, die mit einem solchen Auto schon gefahren sind, stimmen darin überein: das Spektakuläre daran ist, dass es so unspektakulär ist. Abgesehen von der sehr geringen Geräuschentwicklung und der besseren Beschleunigung ist die Handhabung genau so, wie man es von anderen Autos kennt.
Im Übrigen geht die chemische Industrie seit einem Jahrhundert sehr erfolgreich und sicher mit riesigen Mengen von Wasserstoff um, und auch unser früheres Stadtgas bestand etwa zur Hälfte daraus. Spektakuläre Effekte sind bisher nicht bekannt. Natürlich haben viele Mythen ein zähes Leben Aussterben werden die Mythen also wohl nie. Aber das ist eine Erfahrung, die man auf anderen Gebieten ebenso macht.
Quelle: Pressemittleilung des DWV vom 07.08.2010
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